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Comenius-Projekte

Comenius-Projekt I 
(Energiesparen als Beitrag zum Umweltschutz)
Comenius-Projekt II 
(Politische Partizipation ausländischer EU-Bürger im kommunalen Bereich)

Ziele

Was ist ein Comenius-Projekt?

Das Comenius-Programm ist ein Teil des großen Aktionsprogramms mit dem Namen Sokrates, das von der Europäischen Union vor einigen Jahren ins Leben gerufen wurde. Dieses fasst alle Förderprogramme im europäischen Bildungsbereich zusammen und umfasst alle Arten und Stufen der allgemeinen Bildung in den 15 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie Islands und Norwegens. Das Sokrates-Programm ist in dem umfassenden Kontext der Förderung lebenslangen Lernens zu sehen, in Reaktion auf die Herausforderung des sich ständig weiterentwickelnden Bedarfs an Bildungsmaßnahmen, der sich aus dem technologischen Wandel, der zunehmend schnelleren Veralterung des Wissens und der Rolle der Bildung für die volle Entfaltung des Individuums ergibt.

Das Comenius-Programm unterstützt Schulpartnerschaften bei der Entwicklung europäischer Bildungsprojekte und verfolgt dabei folgende Ziele: Es will die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Lehrern und Schülern aus verschiedenen europäischen Ländern fördern, die Mobilität von Lehrern und Lehrerinnen stärken, die Kenntnisse über die Sprachen und Kulturen der europäischen Staaten vertiefen und ganz allgemein die europäische Dimension stärker in die Schulbildung einbringen.

Es wurde nach dem Philosophen, Theologen und Pädagogen Amos Comenius (1592-1670) benannt, der im Gebiet der heutigen Tschechischen Republik geboren wurde. Er vertrat die feste Überzeugung, dass der Mensch allein durch Bildung seine volle Leistungsfähigkeit ausschöpfen und ein harmonisches Leben führen kann. Comenius war ein Weltbürger und Vertreter des Universalismus, der unermüdlich für Frieden, Menschenrechte und die Einheit der Nationen kämpfte.

Eine Schulpartnerschaft im Sinne dieser Aktion besteht aus einer Gruppe von Schulen aus beliebig vielen (mindestens jedoch drei) beteiligten Mitgliedsstaaten. Die Verantwortung für die Koordinierung einer Partnerschaft liegt bei einer der teilnehmenden Schulen. Sie ist verantwortlich für die Leitung des Projekts, die Einberufung von Treffen mit den Kollegen der Partnerschulen, das Erstellen der vorzulegenden Tätigkeitsberichte und Kostenabrechnungen. Obwohl eine Schule für die gesamte Koordination verantwortlich ist, sollte die Partnerschaft vom Prinzip der Zusammenarbeit geprägt sein, in der jeder Partner eine gleichberechtigte und klar definierte Rolle bei der Entwicklung und Durchführung des Bildungsprojektes spielt. Ein wichtiges Ziel ist der Multiplikatoreneffekt. Erfahrungen und Ergebnisse des Projekts sollen nicht nur untereinander ausgetauscht werden, sondern auf örtlicher oder überregionaler Basis vorgestellt werden. Über Presse und andere Medien soll ein breites Publikum angesprochen, benachbarte Schulen (sofern dies möglich ist) zu Treffen und Veranstaltungen eingeladen, Förderer und Sponsoren für die breit angelegten schulischen und außerschulischen Aktivitäten gewonnen werden.

Welche Comenius-Projekte gibt es am „Holbein“?

Das Holbein-Gymnasium nimmt zur Zeit an zwei Comenius-Projekten teil. Das erste Projekt trägt den Titel Energiesparen an der Schule als Beitrag zum Umweltschutz und läuft bereits seit letztem Schuljahr. Dieses Projekt wird vom Bundesgymnasium „Ingeborg Bachmann“ in Klagenfurt (Österreich) koordiniert. Als Partnerschulen sind neben dem Holbein-Gymnasium das Instituto „Xelmirez I“ in Santiago de Compostela (Spanien) und das Karttulan lukio in Karttula (Finnland) beteiligt. Es hat eine Laufzeit von drei Jahren, muss allerdings jährlich neu verlängert werden.

Im ersten Jahr war die Aufgabe innerhalb des Projektes, den jeweiligen Energieverbrauch und Energiebedarf an den Schulen zu untersuchen und miteinander zu vergleichen. Dazu erhoben Schüler und Schülerinnen Messdaten und erarbeiteten konkrete Vorschläge zur kostensenkenden Energieeinsparung. Um den Kontakt zwischen den Schülern und Schülerinnen der beteiligten Schulen zu fördern, wurden im Verlaufe des Schuljahres drei spezielle Zeitungen hergestellt, die über die jeweils eigene Schule berichteten, über die Jugendkultur am jeweiligen Ort informierten und schließlich die Projektergebnisse zusammenfassten und publizierten. Daneben erstellte eine Schülergruppe einen fünfzehnminütigen Videofilm, der die Schule als Institution und besondere Schulereignisse in Bild und Ton festhielt. Da die gemeinsame Verständigungssprache Englisch ist, musste alles von Schülern in diese Sprache übersetzt werden. Für das kommende Schuljahr sind Energieverbrauchsmessungen in privaten Haushalten vorgesehen, die dann ebenfalls auf europäischer Ebene miteinander verglichen werden sollen. Außerdem sollen die teilnehmenden Schüler und Schülerinnen per E-Mail und Internet miteinander in Kontakt kommen und auf diesem Wege Daten und Informationen austauschen. Eine als Wanderausstellung konzipierte Selbstdarstellung des Projekts und der beteiligten Projektpartnerschulen soll im Laufe des kommenden Jahres jeweils für mehrere Wochen in den vier Städten zu sehen sein.

Das zweite Projekt mit dem Titel Politische Partizipation ausländischer EU-Bürger im kommunalen Bereich wird vom Holbein-Gymnasium koordiniert und besteht offiziell seit März 1998. An ihm nehmen das Instituto „Alberto Durero“ in Sevilla (Spanien), die Kelvin Hall School in Hull (Großbritannien) und das Liceo „Gino Segrè“ in Turin (Italien) teil. Die Projektkoordinatoren haben sich im März in Augsburg getroffen und einen Arbeitsplan für das kommende Schuljahr erarbeitet.

Die folgenden Aktivitäten sind für das kommende Schuljahr vorgesehen: Jede Schule erstellt ein Ortsprofil zum Thema „Ausländische EU-Bürger in unserer Schule und Stadt“. Dazu sammeln Schüler empirische Daten und statistisches Material zum historischen Hintergrund einzelner Nationalitäten, ihrer gesellschaftlichen Einbindung in Verbänden und Vereinen, ihrer politischen Partizipation in Parteien und bei Wahlen, ihrem Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit sowie zu je eigenen kulturellen und künstlerischen Beiträgen. Außerdem ist ein Fotowettbewerb und der Aufbau einer projektbezogenen Homepage im Internet geplant.

Welche Ziele werden mit diesen Projekten verfolgt?

Die konkreten Zielsetzungen orientieren sich an den oben genannten allgemeinen Zielsetzungen, wobei wir versuchen, besondere Akzente und Schwerpunkte zu setzen. Die Schüler und ihre Einbindung in eines der beiden Projekte stehen im Mittelpunkt unserer Bemühungen. Sie sollen in einem fächerübergreifenden und praxisorientierten Unterricht für die Umwelt- und Ausländerproblematik sensibilisert werden, zu einem energiesparenden und ressourcenschonenden Handeln einerseits bzw. verständisvollen Umgang mit dem Fremden andererseits erzogen werden. Darüber hinaus ist es unser Anliegen, sie zu handlungsorientierter Teamarbeit zu befähigen und sie mit für das spätere Berufsleben wichtigen Schlüsselqualifikationen auszustatten sowie den notwendigen Umgang mit neuen zukunftsweisenden Kommunikationstechnologien zu fördern. Das wichtigste Anliegen allerdings ist es, die Kenntnisse unserer Schüler über unsere europäischen Nachbarländer zu erweitern und zu vertiefen, vorhandene Sprachkenntnisse weiterzuentwickeln und sie eventuell zum Erlernen neuer Sprachen zu animieren. Die Stärkung der interkulturellen Kommunikation in einem zusammenwachsenden Europa muss in Zukunft wesentlich stärker als bisher in den Mittelpunkt unserer pädagogischen Bemühungen gerückt werden. Für das nächste Jahr sind auch ein bilaterales und ein multilaterales Treffen aller beteiligten Schüler und Schülerinnen vorgesehen.

Wer kann sich an den Projekten beteiligen?

Jeder Lehrer und jede Lehrerin, jeder Schüler und jede Schülerin, die Eltern und alle, die solche Projekte gut finden und uns materiell oder immateriell unterstützen wollen. Die Projekte sind so angelegt, dass sie zu jeder Zeit erweiterungs- und ausbaufähig sind. Fachlehrer und Fachlehrerinnen können mit einer Klasse innerhalb ihres normalen Unterrichts ein themenbezogenes Kleinprojekt durchführen und uns die Ergebnisse zur Verfügung stellen. Dies ist bei einiger Phantasie in allen Fächern möglich. Sie können sich aber auch in einem Wahlunterricht oder mit einer freiwilligen Gruppe an der Arbeit beteiligen, in ihren Klassen für das Projekt werben und einzelne aktive Schüler und Schülerinnen zur Mitarbeit motivieren. Schüler und Schülerinnen melden sich zur Teilnahme bei der Schülerzeitungsredaktion, im Video- oder Fotokurs, oder in einer der Arbeitsgemeinschaften (z. B. „Politik und Zeitgeschichte“); sie können sich aber auch selbst zu einer Gruppe zusammentun und über einen betreuenden Lehrer oder einen geeigneten Gruppensprecher Ideen und Arbeitskonzepte entwickeln, die sie dann an den Projektkoordinator weiterleiten. Eltern können uns in Form von Geld- und / oder Sachspenden unterstützen, projektbezogene Anregungen und Vorschläge oder Hinweise und Tips auf mögliche Sponsoren geben. Über alle Förderer und Sponsoren freuen wir uns natürlich ganz besonders. Ich möchte darauf hinweisen, dass im vergangenen Schuljahr sowohl die Stadtsparkasse Augsburg als auch die Stadt Augsburg uns mit einer großzügigen Geldspende unterstützt haben und möchte ihnen im Namen aller Beteiligten recht herzlich dafür danken. Für weitere Auskünfte, Fragen und Anregungen stehen ihnen unser Schulleiter, OStD H. Schuhknecht, sowie T. Felsenstein und W. Altmann als Projektkoordinator gerne zur Verfügung.

(W. Altmann)